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  • Eileen

Wohnungsnot in deutschen Städten

Aktualisiert: Juni 8

In den Städten wird es eng


Wer schon einmal auf Wohnungssuche in einer deutschen Großstadt war, weiß: es ist nicht einfach fündig zu werden, vor allem nicht bei begrenztem Budget. Lange Schlangen bei Wohnungsbesichtigungen, wenig Platz und vor allem immer weiter steigende Miet- und Wohnungspreise lassen die Suche oft zu einer monatelangen Odyssee werden. 

Die Wohnungsnot in Deutschland ist in den letzten Jahren zu einem echten Problem geworden und hat vor allem einen Grund: die Zuwanderung aus dem In- und Ausland. Immer mehr Menschen ziehen in die städtischen Regionen und sorgen dafür, dass der Platz knapper wird.

Eine von der d.i.i. in Auftrag gegebene Studie der IW Köln fasst das Problem in Zahlen. Der Neubedarf an Wohnungen liegt bis zum Jahr 2020 bundesweit bei 385.000 im Jahr (Frankfurt: 7.840), das bedeutet, dass auf vier Jahre gerechnet 1,5 Millionen neue Wohnungen zur Verfügung stehen müssten, um den Bedarf zu decken.

Diese Quote wurde aber in der Vergangenheit bei Weitem nicht erreicht. Im Durchschnitt wurden in den letzten Jahren nur etwa die Hälfte der benötigten Wohnungen gebaut, in Großstädten wie Berlin sogar nur ein Viertel.


Nichts für den dünnen Geldbeutel


Der Platzmangel führt dazu, dass die Immobilienpreise in den Städten ins Unermessliche steigen. Seit 2010 haben sich die Mieten in München um 32% erhöht, in Berlin sogar um 40%. Die Kaufpreise für Wohnungen haben sich vielerorts sogar mehr als verdoppelt.

Der Mietpreis kann je nach Alter und Größe der Wohnung nach Informationen der Mietspiegel in München und Frankfurt inzwischen leicht über 15€ pro Quadratmeter steigen.

Viele Menschen, die aufgrund ihres Berufs gezwungen sind, in die Städte zu ziehen, stehen dann vor einem großen Problem: sie können sich eine Wohnung kaum noch leisten.

Aber was kann dagegen getan werden?


Lösung der Wohnungsnot: einfach im Zug leben?


Vor einigen Wochen ging die ungewöhnliche Geschichte von Eric Hoffmann durch die Medien. Der 25-Jährige musste wegen seines Jobs nach München ziehen, wo die Mietpreislage deutschlandweit am schlechtesten ist. Weil er mit seinem begrenzten Budget keine Wohnung fand, legte er sich eine Bahncard100 zu, mit der er für ca. 650€ monatlich jede Nacht in der 1.Klasse durch Deutschland fährt und im Zug schläft.

Aber soll das wirklich die einzige Lösung der Wohnungsnot sein?

In vielen Städten wird aufgrund mangelnden Baulandes auf die sogenannte „Nachverdichtung“ gesetzt, um neue Wohnungen zu schaffen – das heißt, dass bestehende Baulücken geschlossen werden. Das stört jedoch viele Bürger, denn so entstehen nicht nur Behinderungen durch Bauarbeiten, Wohngebiete werden auch „zugebaut“ und damit enger.

Um sich gegen die steigenden Mietpreise zu wehren, schließen sich in den Städten außerdem immer mehr Menschen zusammen und gründen Wohnungsgenossenschaften. Doch auch hier ist der Bedarf meistens größer als das Angebot. Die Frankfurter Wohnungsgenossenschaft zum Beispiel kann momentan nur den Personen Hoffnung auf günstigen Wohnraum machen, die bereits Mitglied sind.

Man sieht: die Lösungsansätze bilden nur bedingt eine tatsächliche Lösung. Deshalb fordern viele Menschen Maßnahmen der Regierung, z.B. dass Städte schnell mehr Bauland ausweisen. Sonst könnten auf lange Sicht Zustände wie in London oder Paris entstehen, wo der Quadratmeterpreis für die Miete bereits jenseits der 50€ liegt und sich oft nur noch die Reichen eine Wohnung leisten können.

Der wohl berüchtigste Lösungsvorschlag gegen haushohe Wohnungs- und Mietpreise ist die Mietpreisbremse.